MS und Mobilität

· Wissenschaftsteam
Für Menschen, die mit Multipler Sklerose (MS) leben, kann die Erhaltung der Mobilität eine wichtige Rolle im alltäglichen Leben spielen.
Eine Studie der Universität Ostfinnland ergab, dass eine bessere Gehfähigkeit, niedrigere Behinderungsgrade und höhere tägliche Aktivität mit einer verbesserten Lebensqualität bei Menschen mit schubförmiger Multipler Sklerose (RRMS) verbunden waren.
Die Forscher schlagen vor, dass einfache Gehbewertungen wertvolle Informationen über die Gesundheit der Patienten liefern könnten und dazu beitragen könnten, dass Gesundheitsfachkräfte aktivere Lebensstile im Rahmen der MS-Versorgung fördern.
Wie die Mobilität das tägliche Leben beeinflusst
Multiple Sklerose ist eine chronische neurologische Erkrankung, die Bewegung, Unabhängigkeit und das allgemeine Wohlbefinden beeinflussen kann. Die Symptome variieren stark zwischen den Betroffenen, und die unberechenbare Natur der Krankheit kann alltägliche Aktivitäten herausfordernder machen.
Die Studie der Forscher an der Universität Ostfinnland untersuchte, wie die Lebensqualität bei Menschen mit RRMS mit körperlicher Aktivität, Gehleistung und funktionaler Fähigkeit zusammenhängt.
Die Ergebnisse zeigten, dass Teilnehmer mit niedrigeren Behinderungsgraden und stärkerer Gehleistung im Allgemeinen eine bessere Lebensqualität berichteten. Menschen, die tagsüber mehr Schritte unternahmen, erlebten auch ein höheres Wohlbefinden, was darauf hindeutet, dass regelmäßige Bewegung eine positive Beziehung dazu haben könnte, wie Patienten ihr tägliches Leben wahrnehmen.
Messung von Aktivität und körperlicher Funktion
Um diese Zusammenhänge zu untersuchen, verwendeten die Forscher verschiedene Methoden zur Bewertung der Gesundheit und Aktivitätsniveaus der Teilnehmer.
Die tägliche körperliche Aktivität wurde objektiv mit einem Beschleunigungssensor gemessen, einem Gerät, das die Bewegung während des Tages aufzeichnet.
Die Lebensqualität wurde anhand zweier etablierter Fragebögen bewertet: dem 15D Health-Related Quality of Life Instrument und dem RAND-36, der verschiedene Aspekte des körperlichen und geistigen Wohlbefindens misst.
Die Forscher bewerteten auch die Behinderung mit zwei klinischen Skalen, der Expanded Disability Status Scale (EDSS) und dem Multiple Sclerosis Functional Composite (MSFC). Darüber hinaus absolvierten die Teilnehmer körperliche Leistungstests, einschließlich des Sechs-Minuten-Gehtests, der die Gehausdauer bewertet.
Diese Kombination von Messungen ermöglichte es den Forschern, nicht nur medizinische Indikatoren der MS zu vergleichen, sondern auch zu sehen, wie sich die Erkrankung auf die alltäglichen Erfahrungen der Patienten auswirkt.
Gehfähigkeit in Verbindung mit besserem Wohlbefinden
Die Studie ergab, dass Menschen mit RRMS im Vergleich zu gesunden Teilnehmern signifikant niedrigere Lebensqualität berichteten. Höhere Behinderungsgrade waren stark mit einem schlechteren Wohlbefinden verbunden.
Gleichzeitig waren eine bessere Gehleistung und eine größere Anzahl von täglichen Schritten mit einer verbesserten Lebensqualität verbunden. Die Forscher fanden jedoch keine Verbindung zwischen der Intensität der körperlichen Aktivität und dem Gesamtwohlbefinden.
Das bedeutet, dass einfach mehr intensive Bewegung nicht unbedingt mit einem besseren Befinden in Verbindung stand. Stattdessen schienen regelmäßige Bewegung und die Fähigkeit zu gehen und aktiv zu bleiben im Laufe des Tages wichtigere Faktoren zu sein.
Unterstützung eines aktiven Lebensstils in der MS-Versorgung
Die Ergebnisse ergänzen frühere Forschungsergebnisse, die zeigen, dass körperliche Aktivität ein wichtiger Bestandteil des Umgangs mit Multipler Sklerose sein kann. Während Bewegung den Verlauf der Krankheit selbst nicht verändern kann, könnte die Erhaltung der funktionalen Fähigkeiten den Patienten helfen, unabhängiger zu bleiben und ihre täglichen Erfahrungen zu verbessern.
Die Forscher glauben, dass die Ergebnisse dazu beitragen können, dass Gesundheitsfachkräfte Personen mit MS ermutigen, ihre täglichen Aktivitätsniveaus auf realistische und erreichbare Weise zu steigern.
Einfache Geh-Tests könnten auch ein nützliches Instrument zur Erfassung der funktionalen Gesundheit von Patienten werden und Möglichkeiten zur Unterstützung einer besseren Lebensqualität aufzeigen.