Kleinwagen werden teuer
Leonie
Leonie
| 17-09-2026
Fahrzeugteam · Fahrzeugteam
Für viele Autofahrer war der Kleinwagen lange die naheliegende Wahl, wenn es vor allem auf einen günstigen Kaufpreis und niedrige Kosten ankam.
Doch diese Zeiten verändern sich: Immer mehr kleine Verbrenner verschwinden vom Markt, während die Preise für die verbliebenen Modelle deutlich gestiegen sind.
Gleichzeitig wächst das Angebot an kleinen Elektroautos – und einige davon sind inzwischen überraschend günstig.

Immer weniger günstige Kleinwagen

Ein kleines Auto war lange eine vergleichsweise einfache Möglichkeit, mobil zu bleiben. Doch günstige Klein- und Kleinstwagen sind inzwischen deutlich schwerer zu finden. Viele Modelle wurden eingestellt, während die Preise der verbliebenen Fahrzeuge kräftig gestiegen sind.
Gleichzeitig zeigt sich bei elektrischen Kleinwagen eine andere Entwicklung: Die Auswahl an vergleichsweise günstigen E-Modellen wächst.
Kleinwagen werden teuer

Viele Modelle verschwunden

In den vergangenen Jahren haben zahlreiche Hersteller ihre kleinsten Modelle aus dem Programm genommen. Dazu gehören unter anderem Ford Ka+ und Fiesta, Opel Karl und Adam, Citroën C1, Peugeot 108, Hyundai i10, Škoda Citigo, Seat Mii und Mitsubishi Space Star. Auch der elektrische BMW i3 wird nicht mehr angeboten.
Als Gründe nennen die Hersteller unter anderem die hohen Kosten für die Entwicklung und Einhaltung von Abgas- und Sicherheitsvorgaben. Bereits die Anforderungen der Euro-6-Abgasnorm seien aufwendig.
Hinzu kommen Sicherheitsausstattungen, die durch Vorgaben der EU und des Euro-NCAP-Programms umfangreicher geworden sind. Diese zusätzlichen Kosten wirken sich letztlich auf die Fahrzeugpreise aus.

Verbrenner deutlich teurer

Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung bei Kleinwagen mit Verbrennungsmotor. Ein Opel Corsa kostete als Basismodell 2013 noch 11.980 Euro. 2026 werden dafür 22.890 Euro aufgerufen. Damit ist der Einstiegspreis innerhalb von 13 Jahren um rund 11.000 Euro beziehungsweise 94,8 Prozent gestiegen. Technik, Ausstattung und Sicherheitsniveau haben sich in dieser Zeit zwar ebenfalls weiterentwickelt.
Auch der Blick auf den gesamten Markt zeigt einen starken Anstieg. Der durchschnittliche Preis der Basismodelle von Kleinwagen mit Verbrennungsmotor lag 2013 bei 13.244 Euro. 2025 waren es bereits 25.357 Euro. Für 2026 weist die ADAC-Auswertung einen leicht niedrigeren Durchschnitt von 24.117 Euro aus.
Einige Beispiele zeigen, wie stark die Preise seit 2020 gestiegen sind:
- Peugeot 208: von 15.099 auf 24.480 Euro;
- Opel Corsa: von 14.052 auf 23.340 Euro;
- Mini 3-Türer: von 17.254 auf 25.500 Euro;
- VW Polo: von 15.139 auf 20.380 Euro.
In die ADAC-Auswertung fließen dabei auch Kleinwagen-SUVs wie VW T-Cross, Hyundai Bayon und Ford Puma ein. Berücksichtigt wird jeweils das günstigste Einstiegsmodell der entsprechenden Baureihe.

E-Autos bieten mehr Auswahl

Bei elektrischen Kleinwagen ist die Entwicklung etwas anders. Inzwischen gibt es mehrere Modelle, die für rund 25.000 Euro angeboten werden. Dazu zählen beispielsweise der Fiat Grande Panda ab 25.990 Euro, der Hyundai Inster ab 24.650 Euro, der VW ID. Polo ab 24.990 Euro, der Škoda Epiq ab 25.900 Euro und der BYD Dolphin Surf ab 22.990 Euro.
Auch unterhalb der Marke von 20.000 Euro wird die Auswahl größer. Der Renault Twingo startet bei 19.990 Euro, der Citroën ë-C3 bei 20.140 Euro, der Dacia Spring bei 16.900 Euro und der Leapmotor T03 bei 18.990 Euro. Hinzu kommt der angekündigte VW ID.1.
Aufgrund ihrer vergleichsweise kleinen Batterien sind diese Fahrzeuge vor allem für den Stadtverkehr geeignet und weniger für lange Strecken gedacht. 2026 gibt es insgesamt 37 elektrische Kleinwagenmodelle. Damit ist die Auswahl in diesem Bereich deutlich größer geworden.

Auch bei E-Kleinwagen tut sich etwas

Der durchschnittliche Preis elektrischer Kleinwagen inklusive kleiner SUV-Modelle liegt 2026 bei 29.716 Euro. 2013 waren es noch durchschnittlich 24.604 Euro. Gleichzeitig sind die Reichweiten der Elektrofahrzeuge im Laufe der Jahre deutlich alltagstauglicher geworden.
Interessant ist außerdem, dass die Preise nicht bei allen Modellen weiter steigen. Während der Peugeot e-208 inzwischen 36.675 Euro kostet, wurde beispielsweise der Fiat 500e günstiger. Sein Preis sank von 29.490 Euro im Jahr 2024 auf 25.990 Euro.
Auch der elektrische Mini wurde günstiger: Das Basismodell kostet heute 27.500 Euro statt 32.900 Euro im Jahr 2024.

Der Markt verändert sich

Während das Angebot an Klein- und Kleinstwagen mit Verbrennungsmotor weiter schrumpft, kommen zunehmend elektrische Modelle hinzu. Insgesamt ist die Zahl der Kleinwagen 2026 auf 83 Modelle gestiegen. Der Markt verschiebt sich damit zunehmend in Richtung Elektroantrieb.
Das grundlegende Problem bleibt jedoch der Preis. Trotz der größeren Auswahl ist das allgemeine Preisniveau weiterhin hoch. Für Menschen, die auf ein möglichst günstiges Auto angewiesen sind, ist die Suche nach einem bezahlbaren Neuwagen daher schwieriger geworden.
Kleinwagen werden teuer

Bezahlbare Mobilität bleibt wichtig

Moderne Kleinwagen müssen heute zahlreiche Umwelt- und Sicherheitsanforderungen erfüllen. Gleichzeitig können nicht alle Käuferinnen und Käufer hohe Preise für umfangreiche Ausstattung oder leistungsstarke Antriebe bezahlen.
Die Entwicklung zeigt deshalb zwei Seiten: Günstige Verbrenner-Kleinwagen werden seltener, während das Angebot an preiswerteren Elektroautos wächst. Ob dadurch künftig wieder mehr wirklich erschwingliche Modelle verfügbar sein werden, hängt auch davon ab, wie sich Preise und Modellangebot in den kommenden Jahren entwickeln.